8k oder nicht 8k...

Irbis

#26 Beitragvon Irbis » Mo 23. Okt 2017, 20:55

Vielleicht empfindest Du das nachstehend verlinkte Video von Panavision (auch so eine Bande von praxisfernen Theoretikern :) ) ja als etwas weniger mühselig:


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#27 Beitragvon Pretch » Mo 23. Okt 2017, 23:03

Du verstehst es nicht? vielleicht formatiere ich für dich unklar?

Es zweifelt keiner daran, daß es die Modulationstransferfunktion gibt!
Je feiner eine Struktur um so niedriger wird der Kontrast. Je niedriger der Kontrast um so geringer der Schärfeeindruck.

Was ich aber bezweifle ist, daß du eine "empirischer Studien mit inzwischen tausenden von Versuchspersonen in der gesamten Fachwelt" vorlegen kannst, die besagt, daß auf jeder Bildgröße, aus jeder Entfernung ein sichtbarer Vorteil aus höherer Auflösung erreicht wird. Und das willst du uns ja oben erzählen.
Es widerspricht jedenfalls absolut meiner Erfahrung, und offensichtlich der vieler anderen mit dem Verhältnis Auflösung zu Betrachtungsabstand.
Auch bezweifle ich, daß der Unterschied zwischen 4K und 8K so groß ausfällt wie du es darstellst.

Erste Voraussetzung dafür, daß der Effekt relevant wird, sind mal Strukturen die so klein sind und so große Flächen des Bildes einnehmen, daß sie Einfluß auf den Gesamt-Kontrasteindruck haben.
Dann gibts auf dem Weg zwischen der Filmkamera und dem TV im Wohnzimmer aber noch ganz andere Dinge die da eine Rolle spielen. Kompression z.B. und du bekommst auf deinem TV zuhause kein einziges unkomprimiertes Bild zu sehen. Die schluckt schon einiges der feinen Strukturen.
Du bist aber auch nicht der erste dem das aufgefallen ist, es gibt einige Techniken die dem entgegenwirken.
Zu guter Letzt gibt es eine gewisse Erwartungshaltung an ein Filmbild. Die besteste, naturgetreuste Wiedergabe wird oft als unangenehm empfunden. Selbst dann wenn Peter Jackson (Meister seines Fachs) drauf pocht, daß der Hobbit das beste an Bildqualität ist, was es je gab.

Du übertreibst das Thema ins Übermäßige. Wie du es beschreibst könnte man glauben, alles was es an Bildaufzeichnung gibt sei blasser Matsch.

Irbis

#28 Beitragvon Irbis » Di 24. Okt 2017, 08:25

Pretch hat geschrieben: Was ich aber bezweifle ist, dass du eine "empirischer Studien mit inzwischen tausenden von Versuchspersonen in der gesamten Fachwelt" vorlegen kannst, die besagt, dass auf jeder Bildgröße, aus jeder Entfernung ein sichtbarer Vorteil aus höherer Auflösung erreicht wird. Und das willst du uns ja oben erzählen.
Nein, das will ich nicht erzählen. Ein Vorteil ergibt sich nämlich nur bei Sehwinkeln, bei welchen die für das schnelle Erkennen von Gegenständen und Personen maßgebliche neuronale Kantendetektion besonders gut funktioniert, und bei denen daher unsere Kontrastempfindlichkeit besonders hoch ist. Bei welchen Sehwinkeln dies der Fall ist, ergibt sich aus der nachstehend verlinkten Kontrastempfindlichkeitsfunktion unseres visuellen Systems https://de.wikibooks.org/wiki/Digitale_bildgebende_Verfahren:_Grundlagen#/media/File:CSF.against.angular.frequency.in.cycles.per.degree.png

Die an der y-Achse abgetragene Kontrastempfindlichkeit entspricht dabei dem Kehrwert des Schwellenkontrastes, den wir also bei der jeweiligen Ortsfrequenz (x-Achse) gerade noch so eben wahrnehmen können. Mit Kontrast ist dabei der für periodisch schwankende Intensitäten (Ortsfrequenzen) maßgebliche Michelson-Kontrast gemeint: https://de.wikipedia.org/wiki/Interferenzkontrast
Aus diesem Verlauf der Kontrastempfindlichkeitsfunktion ergibt sich, dass unser subjektiver Schärfeeindruck nicht etwa von der Grenzauflösung eines bildgebenden Systems abhängt, sondern von dessen MTF bei mittleren Ortsfrequenzen von ca. 2 Perioden (Linienpaaren) pro 1° Sehwinkel bis hin zu ca. 20 Perioden pro 1° Sehwinkel.

Beispiel: Bei einem Bild im Format 2:3 und einem Sehwinkel über der Vertikale des Bildes von 27° ist unsere Kontrastempfindlichkeit besonders hoch (> 0,5) für Ortsfrequenzen von ca. 50 Perioden (Linienpaaren) pro Bildhöhe bis hin zu ca. 500 Perioden pro Bildhöhe: https://de.wikibooks.org/wiki/Digitale_bildgebende_Verfahren:_Grundlagen#/media/File:CSF.against.spatial.frequency.in.cycles.per.image.height.png

Dies entspricht auch den Ergebnissen der hierzu seit etwa der Mitte des 20. Jahrunderts zum Beispiel von Zeiss in Deutschland und von RCA (Otto Schade) in den USA durchgeführten empirischen Studien, von denen in dem von mir verlinkten Video von Panavision die Rede ist.

Es gilt nun ganz allgemein der Zusammenhang "the higher resolution inevitably raises the modulation of lower spatial frequencies" (Arri), den Du nach meinem Verständnis ja auch gar nicht bestreitest. Und das ist der wesentliche Punkt: Ein 8K-Sensor und ein 8K-Display sind nicht deswegen für "everyone in the theater" von Vorteil, weil ihre Grenzauflösung höher ist, sondern weil "the higher resolution inevitably raises the modulation of lower spatial frequencies". Und bei diesen niedrigen Ortsfrequenzen spielt aufgrund des Verlaufs der Kontrastempfindlichkeitsfunktion unseres visuellen Systems in der Frage "scharf" oder "unscharf" die Musik, und nicht etwa bei den jeweiligen Grenzfrequenzen.
Pretch hat geschrieben: Auch bezweifle ich, daß der Unterschied zwischen 4K und 8K so groß ausfällt wie du es darstellst.
Zur Größenordnung des Unterschieds habe ich meiner Erinnerung nach bislang gar nichts geschrieben, da es mir maßgeblich darum geht, an den grundlegenden und prinzipiellen physikalischen Zusammenhang zwischen einer höheren Grenzauflösung und den höheren MTF-Werten auch bei den für den subjektiven Schärfeeindruck maßgeblichen niedrigen und mittleren Ortsfrequenzen zu erinnern.
Pretch hat geschrieben: Erste Voraussetzung dafür, daß der Effekt relevant wird, sind mal Strukturen die so klein sind und so große Flächen des Bildes einnehmen, daß sie Einfluß auf den Gesamt-Kontrasteindruck haben.
Wie in den vorstehenden Absätzen von mir erläutert, trifft genau das nicht zu. Denn die höhere Grenzauflösung geht eben auch immer mit einer Erhöhung der MTF auch bei niedrigen und mittleren Ortsfrequenzen einher.
Pretch hat geschrieben: … Kompression ... Die schluckt schon einiges der feinen Strukturen.
Kompression ist bei der Betrachtung der MTF-Kaskade eines bildgebenden Gesamt-Systems nichts anderes als ein Glied (Faktor) in der jeweiligen MTF-Kaskade mit der für den entsprechenden Kompressions-Algorithmus typischen MTF-Kurve.

Betrachtet man nun zwei MTF-Kaskaden mit ansonsten völlig identischen Einzelkomponenten – also auch mit identischen Kompressionsalgorithmen, zu denen als einzige variable Faktoren einmal ein 4K-Display gehört und einmal ein 8K-Display, so ist aufgrund der für jede Multiplikation geltenden Zusammenhänge die Gesamt-MTF der Kaskade mit dem 8K-Display über alle Ortsfrequenzen hinweg höher als die Gesamt-MTF der Kaskade mit dem 4K-Display, weil "the higher resolution inevitably raises the modulation of lower spatial frequencies" (Arri-Broschüre).

Zusammenfassung:
Es trifft nicht zu, dass von 8K im Vergleich mit 4K nur diejenigen im Wohnzimmer oder Kino profitieren, die so nahe am Bildschirm oder an der Leinwand sitzen, dass sie auch noch die winzigsten an der jeweiligen Grenzauflösung darstellbaren Bilddetails sehen können. Denn "the higher resolution inevitably raises the modulation of lower spatial frequencies, which in turn benefits everyone in the theater"(Arri-Broschüre).

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#29 Beitragvon Loewengrube » Di 24. Okt 2017, 08:48

Na da bin ich ja beruhigt.

Ist das dann damit durch jetzt?
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#30 Beitragvon Rudi16 » Di 24. Okt 2017, 09:23

Irbis hat geschrieben:Es trifft nicht zu, dass von 8K im Vergleich mit 4K nur diejenigen im Wohnzimmer oder Kino profitieren...
War die Ausgangsfrage nicht die, ob in einer Wohnzimmerumgebung überhaupt jemand von 8K "profitiert" ? Wenn ich mich recht erinnere, fällt es den meisten Betrachtern in der Praxis schon schwer, sauberes HD-Material von UHD zu unterschieden. Geschweige denn 8K von 4K. Und wenn die Weiterentwicklung einer Technologie für den Endnutzer nur nahezu unmerkliche Verbesserungen bringt, wird er kein Geld dafür in die Hand nehmen. Siehe LP/MC -> CD :thumbsupcool: aber CD -> SACD :no:

P.S.: Wenn ich das recht sehe, hat Arri hat derzeit keine 8K Kamera im Angebot. Deren Topmodel macht 6560 x 3100, was dem Filmer die Möglichkeit bietet, 4K mit ausreichend "Rand" zur Nachbearbeitung aufzuzeichnen.

P.S.2: Interessantes Geschäftsmodell, daß Arri da hat. F: Kann ich die ALEXA 65 kaufen? A: Die ALEXA 65 kann nur bei ARRI Rental gemietet werden.
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#31 Beitragvon Pretch » Di 24. Okt 2017, 10:21

Irbis hat geschrieben:
Pretch hat geschrieben: Erste Voraussetzung dafür, daß der Effekt relevant wird, sind mal Strukturen die so klein sind und so große Flächen des Bildes einnehmen, daß sie Einfluß auf den Gesamt-Kontrasteindruck haben.
Wie in den vorstehenden Absätzen von mir erläutert, trifft genau das nicht zu. Denn die höhere Grenzauflösung geht eben auch immer mit einer Erhöhung der MTF auch bei niedrigen und mittleren Ortsfrequenzen einher.

Nicht? Dann hab ich wohl immer falsch verstanden was MTF ist...
Vielleicht kannst du mir ja dann mit einfachen Worten erklären wie sich der Effekt zeigt. Es fällt mir wiedermal schwer deinen ausschweifenden Ausführungen zu folgen.

Mir scheint wir sind uns aber grundsätzlich durchaus einig. Du machst aber in deiner unvergleichlichen Weise einen Punkt, den wohl kaum einer bestreitet. Die Kette von Aufzeichnung und Wiedergabe jeglicher Medien ist immer verlustbehaftet. Es gibt keine Technik, die 1:1 das Bild wiedergeben kann, welches jemand vor Ort mit eigenen Augen sehen würde. Eine höhere Auflösung kann da hilfreich sein, eliminieren lässt sich das Problem aber nicht.

Weswegen ich in die Diskussion eingestiegen bin, du erweckst, auch wenn du es oben bestreitest, vielleicht unwissentlich, den Anschein 8K sei die Lösung dieses Problems und würde nun einen massiven Sprung bedeuten. Das legst du mit vielen Worten an einem optischen Seiteneffekt dar. Der gleiche Vorteil tritt aber auch schon bei SD zu HD und HD zu UHD auf und es ist eben nur einer von vielen Punkten die dafür sorgen ob wir ein Bild als besser beurteilen.

Meine These dazu ist, wahrnehmen wird den Unterschied in der realen Welt, aus verschiedenen Gründen, kaum jemand.
Vor allem kommen eben in der Kette noch viele andere Effekte zum tragen, die du in deinen Ausführungen auch auf Nachfrage ignorierst. Du schießt dich komplett auf einen einzelnen Aspekt ein.

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#32 Beitragvon Irbis » Di 24. Okt 2017, 10:39

Der subjektive Schärfeiendruck einer bestimmten Person in seinem heimischen Wohnzimmer hängt von folgenden Faktoren ab:

a) von dem bei der Aufnahme des jeweiligen Motivs (Filmszene etc.) jeweils vorliegenden Motivkontrast
b) von der Gesamt-MTF des bildgebenden Gesamtsystems, dessen Gesamtergebnis das betrachte Bild ist
c) vom individuellen Verlauf der indiviuellen Kontrastempfindlichkeitsfunktion dieser bestimmten Person
d) von dem Sehwinkel, unter welchem diese bestimmte Person die Displaydarstellung betrachtet.

Werden nun a), c) und d) als gleichbleibend unterstellt, dann hängt also der subjektive Schärfeeindruck ausschließlich von b) ab.

Werden nun weiter bei b) alle in die Gesamt-MTF eingehenden MTFs der sonstigen Systembestandteile mit Ausnahme des Displays ebenfalls als gleichbleibend unterstellt, dann hängt also der subjektive Schärfeeindruck ausschließlich von der Display-MTF ab. Und die Display-MTF ist bei einer höheren Grenzauflösung über alle Ortsfrequenzen hinweg höher, und damit auch der subjektive Schärfeeindruck über alle Ortsfrequenzen hinweg ein höherer.

Ob dieser auf der Grundlage der diesbezüglichen Kenntnisse aus Naturwissenschaft, Technologie und Humanwissenschaft vom Grundsatz her zu erwartende Zugewinn an subjektiv wahrgenommener Schärfe aus der persönlichen Sicht des jeweiligen individuellen Betrachters ausreichend groß ausfällt, um ihn zum Anlass für ein persönliches Interesse oder gar eine Neuanschaffung zu nehmen, ist selbstverständlich eine völlig andere Frage, die nur jede einzelne Person für sich persönlich beantworten kann.

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#33 Beitragvon dubdidu » Di 24. Okt 2017, 10:46

Und ich finde WTF immer noch am treffendsten.
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#34 Beitragvon Pretch » Di 24. Okt 2017, 10:47

Ich bezweifle stark, daß MTF das einzige ist was Einfluss auf den Kontrasteindruck hat... aber davon wirst du dich wohl nicht abbringen lassen.

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#35 Beitragvon Pretch » Di 24. Okt 2017, 10:48

dubdidu hat geschrieben:Und ich finde WTF immer noch am treffendsten.

:D

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#36 Beitragvon DanielaE » Di 24. Okt 2017, 12:06

Ich finde die Ausführungen von Irbis interessant, denn das deckt sich durchaus mit anderen Erfahrungsberichten wegen FHD vs. UHD vs. was-auch-immer-sonst-noch. Ich hab da auch mal was zu dem Thema "Visual Actuity" von der Uni Freiburg gelesen. Da steckt also durchaus noch mehr drin, als Minna Meier sich so vorstellen vermag. Andererseits zählt für Otto Normalverbraucher natürlich nur, was er erstens angeboten bekommt, zweitens zu zahlen bereit ist, und drittens überhaupt mit seinen müden abgenutzten Augen überhaupt noch erkennen kann. Und zuguterletzt kommt dann noch der böse, böse Datenkompressor daher, welcher ab einer durchaus praxisrelevanten Datenrate notgedrungen die höchsten spatialen Frequenzanteile wegbügelt (ein Nebeneffekt der Quantisierung der DCT-Koeffizienten im Kompressor und der Filter im Postprocessing des Dekompressors). :wayne:
Ciao, Dani

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#37 Beitragvon Pretch » Di 24. Okt 2017, 12:21

Ich kenne MTF Tabellen halt von der Fotografie, bzw. aus der Zeit als ich noch aktiv fotografiert hab.
Aus ihnen lassen sich Schärfe- und Kontrastleistung von Objektiven lesen.
Aus dieser Zeit weiß ich aber auch, daß es 1000 und eine Methoden gibt, den Kontrast und damit Schärfeeindruck nachträglich anzupassen. Insofern...

Irbis

#38 Beitragvon Irbis » Di 24. Okt 2017, 12:47

Pretch hat geschrieben:Dann hab ich wohl immer falsch verstanden was MTF ist...

MTF ist die Funktion, deren Graph für ein bestimmtes Bestandteil einer bildgebenden Kette (Beispiel: atmosphärischer Dunst, Objektiv, Sensor, Bildbearbeitungs-Algorithmus, Kompressions-Algorithmus, Display, Zigerettenrauch im Wohnzimmer, Streulicht im Kino, Gain der Leinwand etc. etc.) angibt, in welchem Maße das jeweilige Glied der bildgebenden Kette den Motivkontrast auf dessen Weg von der gefimten Szene (Motiv) zur Netzhaut des Betrachters bei welchen Ortsfrequenzen beeinflusst.

Das ist für alle bildgebenden Verfahren deswegen von Bedeutung, weil es eines (ich wiederhole: eines!) der Ziele bildgebender Verfahren ist, dass ein Betrachter eines Bildes dieses als "scharf" wahrnimmt (im Unteschied zu: schön, farblich korrekt, realistisch etc.). Und das ist dann der Fall, wenn die im visuellen Kortex für die Kantendetektion zuständigen Neuronen die Kanten an den Motivdetails gut detektieren können. Und das können diese Neuronen umso besser, je höher auf der Netzhaut der Helligkeitsunterschied an den Kanten ist, welche die Bilddetails voneinander trennen (aus diesem Grund erhöht ja auch ein Algorithmus zur Nachschärfung genau diesen Kantenkontrast). Also wirkt ein Bild auf den Betrachter umso "schärfer", je besser es einer bildgebenden Kette gelingt, den Kantenkontrast vom Motiv zur Netzhaut zu transportieren. Und das gelingt einem bildgebenden System umso besser, je höher über alle Ortsfrequenzen hinweg - besonders wichtig sind dabei die mittleren - seine Gesamt-MTF ausfällt.

Vielleicht kann Dein Zweifel an dem eineindeutigen Zusammenhang zwischen MTF und Kantenkontrast mit folgender Argumentation zerstreut werden?:

Bei einer Messung der MTF nach ISO 12233:2014 bedient man sich einer Methodik die man "slanted edge" nennt. Also geht man zumindest bei der ISO offensichtlich davon aus, dass der Kantenkontrast und die MTF miteinander in einem direkten Zusammenhang stehen.

Ob ein Betrachter ein Bild als "besser" beurteilt, ist eine andere Frage als die, ob er es als "schärfer" beurteilt. Der Frage "besser" geht man im Bereich "Image Quality Assessment" nach: https://en.wikipedia.org/wiki/Image_quality

Eine höhere Grenzauflösung hat im Vergleich mit einer niedrigeren Grenzauflösung immer ein vom Grundsatz her größeres Potential in Sachen "subjektiver Schärfeeindruck". Aber dabei geht es immer um graduelle Unterschiede. Denn bei einer höheren Sensor-/Display-Grenzauflösung ändert sich ja nur die MTF von zwei der vielen in die Gesamt-MTF eines bildgebenden Systems eingehenden Faktoren. Wenn zum Beispiel die Display-MTF beim Umstieg von 4K auf 8K für eine bestimmte Ortsfrequenz von 0,7 auf 0,8 ansteigt, aber die Aerosol-MTF für die gleiche Ortsfrequenz von 1,0 auf 0,7 abfallt, well der Betrachter nach der Anschaffung des 8K-Displays wieder damit begonnen hat, das vorher rauchfreie Wohnzimmer vollzuqualmen, dann sinkt trotz 8K die Gesamt-MTF, und es wird folglich nichts aus dem vom Potential her zu erwartenden höheren subjektiven Schärfeeindruck.

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#39 Beitragvon Irbis » Di 24. Okt 2017, 13:27

DanielaE hat geschrieben: ... Uni Freiburg ...
Weil Du sie gerade erwähnst:

Jedes bildgebende Verfahren addressiert ja letztlich unsere visuelle Wahrnehmung. Und über deren Funktionsweise kann man bei Interesse zum Beispiel auf dieser Internetseite von Prof. Dr. Michael Bach - einem freien Mitarbeiter der Uni Freiburg - viel Interessantes erfahren (oder sich auch einfach nur unterhaltsam etwas die Zeit vertreiben :) ): http://www.michaelbach.de/ot/index-de.html

Hier gibt's zum Beipiel einen Selbsttest: http://www.michaelbach.de/ot/lum-hyperacuity/index.html

Eine weitere diesbezüglich vielleicht interessante Internetseite: https://www.dasgehirn.info/wahrnehmen/sehen

Irbis

#40 Beitragvon Irbis » Mi 25. Okt 2017, 13:57

Pretch hat geschrieben:Meine These dazu ist, wahrnehmen wird den Unterschied in der realen Welt, aus verschiedenen Gründen, kaum jemand.
Diesbezühlich verstehe ich die nachstehend verlinkten Beiträge zu einem anderem auf diesem Forum diskutierten Thema aber anders:
https://www.loewe-friends.de/viewtopic.php?f=74&t=7896&start=25#p155736
https://www.loewe-friends.de/viewtopic.php?f=74&t=7896&start=25#p155741
https://www.loewe-friends.de/viewtopic.php?f=74&t=7896&start=25#p156674
https://www.loewe-friends.de/viewtopic.php?f=74&t=7896&start=25#p156712

Warum bist Du also der Auffassung, dass man den Unterschied zwischen 720p und 1080p gut erkennen kann, den zwischen 2160p und 4320p jedoch nicht?
Pretch hat geschrieben:Vor allem kommen eben in der Kette noch viele andere Effekte zum tragen, die du in deinen Ausführungen auch auf Nachfrage ignorierst.
Wieso bist Du der Auffassung, dass ich diese Effekte auf Nachfrage ignoriere? Ich habe hier doch nun bereits mehrfach darauf hingeweisen, dass alle in einem bildgebenden System in Bezug auf die "Schärfe" des jeweiligen Bildresultats wirksamen Einflüsse durch eine für den jeweiligen Einfluss typische MTF charakterisiert werden können:

" ... After we consider the fundamental MTF contributions arising from the optics, the sensor array, and the electronics, we must look at the MTF contributions arising from image motion, image vibration, atmospheric turbulence, and aerosol scattering. ... "

Quelle: https://www.spiedigitallibrary.org/ebooks/TT/Modulation-Transfer-Function-in-Optical-and-Electro-Optical-Systems/Chapter3/Other-MTF-Contributions/10.1117/3.419857.ch3

Das oben zitierte Buch mit dem Titel "Modulation Transfer Function in Optical and Electro-optical Systems" von Glenn D. Boreman halte ich übrigens für ein in dem hier diskutierten Zusammenhang sowieso interessantes:

" The modulation transfer function (MTF) is used to specify the image quality achieved by an imaging system. It is particularly useful in analyzing situations in which several independent subsystems are combined. ... "

Quelle: https://books.google.de/books/about/Modulation_Transfer_Function_in_Optical.html?id=57MqyPorTQMC&redir_esc=y

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#41 Beitragvon Pretch » Mi 25. Okt 2017, 14:29

Irbis hat geschrieben:Warum bist Du also der Auffassung, dass man den Unterschied zwischen 720p und 1080p gut erkennen kann, den zwischen 2160p und 4320p jedoch nicht?

Du liest aus einem Thread in dem wir rätseln ob dort 720 oder 1080 ausgestrahlt wird?
Gerde ich tue dort ziemlich das Gegenteil von dem was du behauptest.

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#42 Beitragvon AmbiTV » Mi 25. Okt 2017, 14:45

vieles, was hier geschrieben wird ist theoretischer Natur, in der Realität muss man jedes Filmmaterial für sich betrachten:

a) in welcher Qualität es aufgenommen wuede

und b) in welcher Qualität es wiedergegeben wird

8K in durchschnittlichen deutschen Wohnzimmer ist fragwürdig...die Technologie wird aber ihren Weg gehen, da insbesondere die TV-Industrie von Neuerungen in kurzen Intervallen lebt, und die Intervalle werden immer kürzer....

Erfindung des Fernsehens.........
Farbfernsehen......
VHS....
DVD..
HD..Full HD
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3D
4K
jede menge im Grunde überflüssige Tonnormen, jetzt Dschungel an HDR-Signalen
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#43 Beitragvon Loewengrube » Mi 25. Okt 2017, 14:47

Antworten darf nur noch, wer Glenn D. Boreman auch wirklich gelesen (und verstanden) hat :teach:

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#44 Beitragvon Pretch » Mi 25. Okt 2017, 14:52

Na Gott sei dank! Dann bin ich hier raus. :D

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#45 Beitragvon dubdidu » Mi 25. Okt 2017, 14:52

Und 3D auch schon wieder was für die Tonne ist.
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#46 Beitragvon Irbis » Mi 25. Okt 2017, 16:32

Pretch hat geschrieben:Du liest aus einem Thread in dem wir rätseln ob dort 720 oder 1080 ausgestrahlt wird?

In den folgenden Aussagen, kannn ich keinerlei "Rätseln" erkennen:
Y_B hat geschrieben:Auch ohne offizielle Bestätigung von Loewe:... ich kann 720p Zeug deutlich von 1080p unterscheiden.
Pretch hat geschrieben:Wäre auch meine Meinung.
Loewengrube hat geschrieben: ... es schaut eben in der Realität nicht nach 720p, sondern 1080p aus. ...
Und wie sich dann zeigte, war der in diesen Beirägen ohne viel Rätseln vorgetragene subjektive Eindruck dieser drei Mitglieder auch völlig korrekt:
Loewengrube hat geschrieben:Um die Frage dieses Threads final zu beantworten: ... 1080p :D
Daher verstehe ich die nun hier zu diesem Thema geäußerten Zweifel daran, 2160p und 4320p - also einen in Prozent ausgedrückt größeren Unterschied - ebenfalls korrekt wahrnehmen zu können, nicht wirklich.

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#47 Beitragvon Pretch » Mi 25. Okt 2017, 17:58

Du hast schon gesehen daß das "deutlich unterscheiden" nicht von mir kam? Meine Zustimmung bezog sich auf die Vermutung zu 1080, nicht darauf, daß es deutlich zu unterscheiden sei, was im Kontext, mit Blick auf meine anderen Beiträge denk ich auch leicht zu erkennen ist.

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#48 Beitragvon Irbis » Mi 25. Okt 2017, 19:59

Und wie sich zeigte, traf diese Vermutung "1080p" mitten ins Schwarze. Wieso also jetzt die Verzagtheit bezüglich einer ähnlich treffsicheren Vermutung in Bezug auf die Unterscheidung von 2160p und 4320p?

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#49 Beitragvon Pretch » Mi 25. Okt 2017, 21:58

:blink: HIER hattest du mich noch kritisiert, weil du annahmst ich würde nur vom Ansehen die Auflösung feststellen wollen.
Liest man den Thread nun komplett, stellt sich raus, es hätte vom Eindruck her alles zwischen 720p und UHD sein können.
Ich hatte also Glück, indem ich auf die Mitte getippt hab. :pfeif:

AmbiTV

#50 Beitragvon AmbiTV » Mi 25. Okt 2017, 22:44

das Buch möchte ich mir nicht auch noch antun :D


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